Nicht wirklich, oder?

Viele mögen von Gisela Erler, der Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung in Baden-Württemberg, nicht sonderlich überzeugt sein. Insider sprechen von einer stümperhaften Arbeit, die fachlich nicht auf der Höhe der Zeit ist, sich hauptsächlich aus Handbüchern speist und wenig neue Impulse setzt.

Doch jenseits aller fachlichen Kritik, die sicherlich angebracht ist, lässt wirft das, was Frau Erler jetzt auf Facebook verkündete, auch erhebliche Zweifel an ihren kommunikativen Fähigkeiten auf.

Das Buergergesicht der Polizei

Angesichts der brutalen Übergriffe der Polizei in der Tuerkei macht der tragische Tod des Stuttgarter Polizeipraesidenten Thomas Zuefle deutlich, wie wertvoll seine Einstellung gegenüber den S21 Gegnern fuer unsere Demokratie war: Respekt und Ruecksicht, gepaart mit Klarheit ueber seinen schwierigen Auftrag. Der friedliche Verlauf der Raeumungsaktionen der Polizei 2012 basierte auf einer de- facto- Verstaendigung mit den enttäuschten und verbitterten S21 Gegnern .Eine grosse historische Leistung.aber kein Zufall -unsere Regierung hat das gestützt und gefördert.

Der Unfall des Stuttgarter Polizeipräsidenten Züfle ist ein tragisches Ereignis – es hat aber absolut nichts mit seiner Arbeit zu tun. Ob man seine Arbeit würdigen muss, steht auf der einen Seite (Verlässlichkeit und Deeskalation gegenüber Demonstrierenden war jedenfalls nicht seine Stärke). Auf einer anderen Seite steht es aber, seine Arbeit mit derer einer anderen Polizei oder eines anderen Polizeipräsidenten zu vergleichen. Sie in einem Atemzug mit den Gewaltexzessen der türkischen Polizei zu nennen, ist untragbar.

Herr Züfle wurde erst nach dem Polizeieinsatz am 30. September 2010 im Stuttgarter Schlossgarten Polizeipräsident und hat somit keinerlei Einfluss auf eine in Ansätzen ähnliche Situation gehabt, wie sie im Istanbuler Gezi-Park herrschte. Ob er den Polizeieinsatz genau so wie sein Amtsvorgänger Stumpf durchgeführt, noch mehr Gewalt eingesetzt oder ihn vielleicht sogar komplett unterbunden hätte, gehört ins Reich der Spekulationen.