Urheberrecht an Studienarbeiten

Während meiner Zeit an der Uni Stuttgart ist mir das Problem häufiger untergekommen: Professoren (Frauen sind mir bisher in dieser Rolle noch nicht aufgefallen) versuchen Ihre Studierenden davon zu überzeugen, dass das Urheberrecht an Studienarbeiten, Diplomarbeiten oder Dissertationen bei der Universität bzw. dem Unipersonal (Professoren oder Wissenschaftliche MitarbeiterInnen) liegt.

Dabei nutzen das Unipersonal in der Regel ihre Machtposition aus und setzen darauf, dass die Studierenden nicht gegen sie vorgehen werden – egal ob aus Angst vor schlechten Noten oder schlechten beruflichen Chancen nach dem Studium. Z.T. scheint sich das Unipersonal durch dieses Vorgehen auch lästige Konkurrenz aus dem Weg räumen zu wollen.

Jetzt ist mir wieder so ein Fall an der Universität Stuttgart zu Ohren gekommen, der mich dazu bewegt, das Thema hier noch einmal kurz darzulegen (ohne eine juristische Beratung leisten zu können oder zu wollen).

Das Urheberrecht liegt immer beim Urheber oder der Urheberin. Die Verwertungsrechte für die erbrachte Leistung – in diesem Fall der studentischen Arbeit – liegen nur dann nicht beim Urheber oder der Urheberin, wenn für die Leistung Geld geflossen ist. Die Ludwig-Maximilian-Universität in München hat dies gut dargelegt.

Nehmen wir einen Fall aus einem Architekturstudium: Hier könnte man im Fall einer intensiven Betreuung der Studienarbeiten daran zweifeln, ob das Urheberrecht allein beim Studenten oder der Studentin liegt. Doch damit stehen die ProfessorInnen und wissenschaftlichen MitarbeiterInnen vor einem Dilemma: Wenn die Universität an der Eigenständigkeit zweifelt, darf sie die Prüfungsleistung nicht akzeptieren. Nimmt sie die Prüfung ab, erkennt sie gleichzeitig die eigenständige Leistung an und verzichtet auf ihr Urheberrecht.

Liebe Studierende, lasst Euch nicht ins Boxhorn jagen und besteht bitte auf Euren Rechten – insbesondere auf dem Urheberrecht an Euren Studienarbeiten!