Der kleine Hück will von der INSM abgeholt werden

Es war einmal ein Gewerkschafter namens Uwe Hück. Er war nicht irgendein Gewerkschafter, nein er war Betriebsratsvorsitzender bei Porsche. In seiner Funktion hatte er viel Zeit, über die Ungerechtigkeit in der Welt nachzudenken. Geprägt durch seine Vergangenheit als Thaiboxer war ihm natürlich klar, worauf es ankommt: Es kommt darauf an, etwas aus dem eigenen Leben zu machen, besser zu sein als andere und im richtigen Moment zuzuschlagen.

Anno 2013 kam er auf die glorreiche Idee, wie er die in vielen Fragen störende, immer weiter schwindende und leider immer noch vorhandene Solidarität zwischen Arbeitnehmern den Todesstoß versetzen könnte: Gewerkschaften sollten einfach nur noch für ihre eigenen Rechte kämpfen; nicht auch noch die verlogenen Sozial- und Lohnschmarotzenden unterstützen, die nicht Mitglied bei ihnen werden wollten.

Und so schrie er hinaus: „Scheiß auf die Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter! Scheiß auf die Arbeitslosen! Scheiß auf die, die uns nicht mögen! Ab jetzt kämpft jeder für sich! Auge um Auge, Zahn um Zahn! Nur noch ein Gewerkschafter ist ein Kollege! Nur noch ein Gewerkschafter ist ein Genosse! Und nur noch EIN Gewerkschafter ist Genosse der Bosse! Ich, Uwe Hück! Uwe Hück, der bessere!“

Unter dem weithin vernehmbaren Schlachtruf „Wir brauchen keine Solidarität!“ zogen er und seinesgleichen anschließend vor den Hauptsitz der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft GmbH in Berlin, um ihre neuen Honorarverträge zu unterschreiben.


Hintergrund für diesen frei erfundenen Text ist der Artikel Betriebsräte fordern IG-Metall-Bonus, Stuttgarter Zeitung vom 13.6.2013, in dem Uwe Hück mit der Forderung an den IG-Metall-Vorsitzenden Berthold Huber, höhere Lohnabschlüsse für Gewerkschaftsmitglieder zu erkämpfen.

Disclaimer: Der Autor ist Ver.di-Mitglied und Anhänger möglichst geringer Lohnunterschiede und breit ausgelegter Tarifverträge.

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