Goodbye Google?

Ich habe mir neulich das Fairphone bestellt und in dem Zuge mal wieder angefangen, über die Google-Verseuchung meines digitalen Lebens nachzudenken. Feedreader, Suchmaschine, Android-Browser, Adressbuch, Kalender, App-Store, Google Docs – das sieht nicht gut aus.

Doch wozu nenne ich einen dezidierten Server mein eigen? Schwups war OwnCloud installiert. Halt. Nicht schwups. Mein erstes Passwort war so komplex, dass ich mich nachher nicht mehr einloggen konnte. Vor lauter MD5+Salt-Verschlüsselung war ich mit meinem Laienwissen auch nicht in der Lage, es direkt in der Datenbank neu zu setzen. Am Ende hatte ich OwnCloud viermal installiert…

Das Versprechen

Auf den ersten Blick bietet es eine Menge von Diensten, die ich brauche (oder zu brauchen meine): Kalender mit Sharefunktion (und Synchronisierung meiner ToDo-Liste, was mit Google bisher nicht klappen wollte), Adressbuch und Feedreader als extra App. Außerdem eine Verzeichnissynchronisation.

Der Alltag

Mein Mac synchronisiert sich wunderbar mit meinem neuen Kalender und meinem neuen Adressbuch. Vom Android-Telefon sieht es nicht ganz so rosig aus: Während ich beim Kalender bisher keine Probleme feststellen konnte, funktioniert die Adresssynchronisation nur vom Server zum Telefon – auf dem Telefon neu erstellte Kontakte enthalten nichts anderes als den Namen und zumindest auf diesem Endgerät auch keine weiteren Felder. Gleichzeitig enthält Android nativ keinerlei Funktionalität zur Synchronisierung mittels CalDAV und CardDAV, den beiden Diensten, über die Kalender und ToDo-Listen bzw. Adressen synchronisiert werden. Für alle drei ist es notwendig, extra Apps auf dem Telefon zu installieren. Ich nutze momentan CardDAV-Sync free fürs Adressbuch, CalDAV-Sync für 2,59 € für den Kalender und ownCloud News Reader für 1,49 € für meine Feeds.

Ähnlich schwerfällig wie die Adresssynchronisierung kommt der Feedreader daher, der im Gegensatz zu den anderen Apps eine Anwendung ist, die im Vordergrund läuft. Wann der Reader auf die Idee kommt, seine Daten mit meinem Server abzugleichen, ist mir total schleierhaft. Vermutlich muss ich erst die OwnCloud-App über den Browser ansprechen, um den dortigen Speicher mit Artikeln zu füllen. Anschließend kann die Android-App wohl überhaupt erst synchronisieren – müssen tut sie das aber auch dann noch lange nicht.

Vorläufiges Fazit

Owncloud hat Potential, ist durch den Mangel beim Synchronisieren jedoch noch lange nicht alltagstauglich. Ohne eine saubere Synchronisierung aber wird sich Owncloud noch nicht einmal im kleinen Kreis von Technikbegeisterten durchsetzen. Bis Herbst, wenn das Fairphone im Handel ist, ist aber ja auch noch ein wenig Zeit.

Nicht wirklich, oder?

Viele mögen von Gisela Erler, der Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung in Baden-Württemberg, nicht sonderlich überzeugt sein. Insider sprechen von einer stümperhaften Arbeit, die fachlich nicht auf der Höhe der Zeit ist, sich hauptsächlich aus Handbüchern speist und wenig neue Impulse setzt.

Doch jenseits aller fachlichen Kritik, die sicherlich angebracht ist, lässt wirft das, was Frau Erler jetzt auf Facebook verkündete, auch erhebliche Zweifel an ihren kommunikativen Fähigkeiten auf.

Das Buergergesicht der Polizei

Angesichts der brutalen Übergriffe der Polizei in der Tuerkei macht der tragische Tod des Stuttgarter Polizeipraesidenten Thomas Zuefle deutlich, wie wertvoll seine Einstellung gegenüber den S21 Gegnern fuer unsere Demokratie war: Respekt und Ruecksicht, gepaart mit Klarheit ueber seinen schwierigen Auftrag. Der friedliche Verlauf der Raeumungsaktionen der Polizei 2012 basierte auf einer de- facto- Verstaendigung mit den enttäuschten und verbitterten S21 Gegnern .Eine grosse historische Leistung.aber kein Zufall -unsere Regierung hat das gestützt und gefördert.

Der Unfall des Stuttgarter Polizeipräsidenten Züfle ist ein tragisches Ereignis – es hat aber absolut nichts mit seiner Arbeit zu tun. Ob man seine Arbeit würdigen muss, steht auf der einen Seite (Verlässlichkeit und Deeskalation gegenüber Demonstrierenden war jedenfalls nicht seine Stärke). Auf einer anderen Seite steht es aber, seine Arbeit mit derer einer anderen Polizei oder eines anderen Polizeipräsidenten zu vergleichen. Sie in einem Atemzug mit den Gewaltexzessen der türkischen Polizei zu nennen, ist untragbar.

Herr Züfle wurde erst nach dem Polizeieinsatz am 30. September 2010 im Stuttgarter Schlossgarten Polizeipräsident und hat somit keinerlei Einfluss auf eine in Ansätzen ähnliche Situation gehabt, wie sie im Istanbuler Gezi-Park herrschte. Ob er den Polizeieinsatz genau so wie sein Amtsvorgänger Stumpf durchgeführt, noch mehr Gewalt eingesetzt oder ihn vielleicht sogar komplett unterbunden hätte, gehört ins Reich der Spekulationen.

Der kleine Hück will von der INSM abgeholt werden

Es war einmal ein Gewerkschafter namens Uwe Hück. Er war nicht irgendein Gewerkschafter, nein er war Betriebsratsvorsitzender bei Porsche. In seiner Funktion hatte er viel Zeit, über die Ungerechtigkeit in der Welt nachzudenken. Geprägt durch seine Vergangenheit als Thaiboxer war ihm natürlich klar, worauf es ankommt: Es kommt darauf an, etwas aus dem eigenen Leben zu machen, besser zu sein als andere und im richtigen Moment zuzuschlagen.

Anno 2013 kam er auf die glorreiche Idee, wie er die in vielen Fragen störende, immer weiter schwindende und leider immer noch vorhandene Solidarität zwischen Arbeitnehmern den Todesstoß versetzen könnte: Gewerkschaften sollten einfach nur noch für ihre eigenen Rechte kämpfen; nicht auch noch die verlogenen Sozial- und Lohnschmarotzenden unterstützen, die nicht Mitglied bei ihnen werden wollten.

Und so schrie er hinaus: „Scheiß auf die Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter! Scheiß auf die Arbeitslosen! Scheiß auf die, die uns nicht mögen! Ab jetzt kämpft jeder für sich! Auge um Auge, Zahn um Zahn! Nur noch ein Gewerkschafter ist ein Kollege! Nur noch ein Gewerkschafter ist ein Genosse! Und nur noch EIN Gewerkschafter ist Genosse der Bosse! Ich, Uwe Hück! Uwe Hück, der bessere!“

Unter dem weithin vernehmbaren Schlachtruf „Wir brauchen keine Solidarität!“ zogen er und seinesgleichen anschließend vor den Hauptsitz der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft GmbH in Berlin, um ihre neuen Honorarverträge zu unterschreiben.


Hintergrund für diesen frei erfundenen Text ist der Artikel Betriebsräte fordern IG-Metall-Bonus, Stuttgarter Zeitung vom 13.6.2013, in dem Uwe Hück mit der Forderung an den IG-Metall-Vorsitzenden Berthold Huber, höhere Lohnabschlüsse für Gewerkschaftsmitglieder zu erkämpfen.

Disclaimer: Der Autor ist Ver.di-Mitglied und Anhänger möglichst geringer Lohnunterschiede und breit ausgelegter Tarifverträge.

Urheberrecht an Studienarbeiten

Während meiner Zeit an der Uni Stuttgart ist mir das Problem häufiger untergekommen: Professoren (Frauen sind mir bisher in dieser Rolle noch nicht aufgefallen) versuchen Ihre Studierenden davon zu überzeugen, dass das Urheberrecht an Studienarbeiten, Diplomarbeiten oder Dissertationen bei der Universität bzw. dem Unipersonal (Professoren oder Wissenschaftliche MitarbeiterInnen) liegt.

Dabei nutzen das Unipersonal in der Regel ihre Machtposition aus und setzen darauf, dass die Studierenden nicht gegen sie vorgehen werden – egal ob aus Angst vor schlechten Noten oder schlechten beruflichen Chancen nach dem Studium. Z.T. scheint sich das Unipersonal durch dieses Vorgehen auch lästige Konkurrenz aus dem Weg räumen zu wollen.

Jetzt ist mir wieder so ein Fall an der Universität Stuttgart zu Ohren gekommen, der mich dazu bewegt, das Thema hier noch einmal kurz darzulegen (ohne eine juristische Beratung leisten zu können oder zu wollen).

Das Urheberrecht liegt immer beim Urheber oder der Urheberin. Die Verwertungsrechte für die erbrachte Leistung – in diesem Fall der studentischen Arbeit – liegen nur dann nicht beim Urheber oder der Urheberin, wenn für die Leistung Geld geflossen ist. Die Ludwig-Maximilian-Universität in München hat dies gut dargelegt.

Nehmen wir einen Fall aus einem Architekturstudium: Hier könnte man im Fall einer intensiven Betreuung der Studienarbeiten daran zweifeln, ob das Urheberrecht allein beim Studenten oder der Studentin liegt. Doch damit stehen die ProfessorInnen und wissenschaftlichen MitarbeiterInnen vor einem Dilemma: Wenn die Universität an der Eigenständigkeit zweifelt, darf sie die Prüfungsleistung nicht akzeptieren. Nimmt sie die Prüfung ab, erkennt sie gleichzeitig die eigenständige Leistung an und verzichtet auf ihr Urheberrecht.

Liebe Studierende, lasst Euch nicht ins Boxhorn jagen und besteht bitte auf Euren Rechten – insbesondere auf dem Urheberrecht an Euren Studienarbeiten!