Du bist schuld! – Nein Du!

Was ist da gerade in Stuttgart los? Aus der Ferne scheint es so, als ginge es im Widerstand gegen Stuttgart 21 momentan ausschließlich darum, für verschiedenste Probleme intern Schuldige zu finden. Ob es um Versammlungsorte, Spendeneinnahmen, Öffentlichkeitsarbeit, Blockaden oder die Moderation von Gruppentreffen geht: Überall wird aufeinander herumgehackt. Der eigentliche Gegner rückt dabei immer weiter aus dem Blickfeld.

Mit dem unklar werdenden Gegner einher geht ein Verlust des Zusammengehörigkeitsgefühls der Gruppe – definieren sich Gruppen doch häufig über eine Abgrenzung. In gewisser Weise ist dieser Prozess verständlich, verschwindet doch vor allem der Weg zum gemeinsamen Ziel immer weiter im Nebel. Dies ist direkte Folge weggebrochener Autoritäten: Über lange Zeit war das Aktionsbündnis Kopfbahnhof 21 tonangebend. Die zweite Geige spielten die Aktiven Parkschützer. Durch den schlagartigen Rückzug des Aktionsbündnisses übernahmen die Aktiven Parkschützer einen Großteil der Aufgaben. Bei gleichzeitig schwindenden Kapazitäten und Kräften ist es logisch, dass die Qualität insgesamt schwinden muss.

Doch nicht nur der Ton, der innerhalb der Bewegung nicht mehr klar angegeben wird / werden kann, macht Sorgen. Auch die schwindenden Teilnehmendenzahlen auf den Demos – und die damit einhergehende finanziell schwierige Situation üben insbesondere auf den inneren Kern einen massiven Druck aus. Gleichzeitig scheint bisher niemand ein schlüssiges Konzept zu haben, wie man aus dem Teufelskreis aus schwindender Unterstützung und schwindender Zuversicht wieder ausbrechen kann.

Meiner Meinung nach ist es an der Zeit, in Sachen Stuttgart 21 einen Gang herunterzuschalten. Das bedeutet, nicht aus jeder Mücke einen Elefanten zu machen und vor einem Aufschrei sauber zu prüfen, ob es diesen Aufschrei auch wert ist. Skandal zu rufen, wenn kleinere technische Schwierigkeiten oder eine weitere Verzögerung auftritt, ist in dieser Situation nicht hilfreich, da es das Publikum weiter abstumpfen lässt.

Die dadurch frei werdende Zeit sollte dringend dazu genutzt werden, über das Ziel (Geht es darum, Stuttgart 21 zu stoppen, darum, es zu verzögern oder darum, immer wieder aufzuzeigen, dass es nicht funktioniert? Geht es um Stuttgart oder um Stuttgart 21?), die Entscheidenden (Wer entscheidet über das Ziel? Welche PolitikerInnen sitzen an den Schalthebeln? Wer ist in welcher Weise beeinflussbar?) und die Druckmittel (Wer kann wie Druck auf die Entscheidenden ausüben? Wie können diese Menschen dazu motiviert werden, Druck auszuüben?) nachzudenken. Meiner Analyse nach, ist ein Stopp des Projekts momentan von der Straße aus nicht erreichbar, weshalb ich für eine Öffnung der Themen plädiere. Aber natürlich ist es auch möglich, zu einem anderen Ergebnis zu kommen – oder zu mehreren. Denn beim gegenwärtigen Stand des Projektes ist es eher unwahrscheinlich, dass es gelingt, zu einer gemeinsamen Bewertung oder gar zu einer gemeinsamen Schlussfolgerung zu kommen.

Wichtig ist, dieses Ziel und den Weg dorthin möglichst gemeinsam zu entwickeln oder zumindest Zwischenergebnisse zu vermitteln – und zwar nicht nur „elitären“ Zirkeln. Nur so kann dem immer stärker werdenden Misstrauen in der Bewegung Einhalt geboten werden. Ich weiß, dass dieser Weg viel Kraft kostet und zum Teil aufgrund des schon vorhandenen Misstrauens sehr schmerzlich ist. Trotzdem: Eine weitere Abschottung einzelner Gruppen wird die Bewegung nur noch weiter spalten.

Es gibt momentan genügend Menschen, die nicht mehr die Kraft haben, dutzende Stunden pro Woche in die Bewegung zu investieren oder die andere Prioritäten setzen (müssen). Nehmt auf sie Rücksicht. Sie verraten damit nicht die Bewegung. Es kann gut sein, dass diese Menschen, wenn sie wieder Kraft getankt haben oder wieder ein greifbares Ziel sehen, wieder dazustoßen. Das macht sie dann umso wertvoller.

Manches Mal wird es nicht mehr möglich sein, in Gruppen zu diskutieren, da die Anfeindungen dort zu massiv sind. Versucht es dann mit Einzelgesprächen. Und denkt dran, dass nicht jedes Problem auf der Sachebene zu verorten ist. Viele Konflikte schmoren schon seit Monaten und haben nur eine weniger stressige Phase abgewartet, um an die Oberfläche zu drängen.

Liebe Widerständige, redet mit den Personen, mit denen Ihr ein Problem habt und nicht über sie! Und einigt Euch endlich auf Ziele und mögliche Wege!

14 Gedanken zu „Du bist schuld! – Nein Du!

  1. Ich wünsche euch allen,die ihr schon seit langer Zeit so tapfer für eine gute Sache
    kämpft,viel Kraft weiter durchzuhalten ! Hier „in der Pampa“ ist es fast unmöglich
    die Menschen zu erreichen, die entweder medial schon eingefahren oder schlicht gar kein Interesse an der Thematik haben. Die Rückschläge zermürben jeden im Widerstand und jeder geht dann anders mit seinem Frust um. Das man auch seitens der (neuen grünen ) Politik keine Rückendeckung bekommt, hat mich persönlich ziemlich „erschüttert“.
    Danke an alle und macht weiter (mein Bäbber bleibt auch am Auto !) und seht es gelassener,wenn Menschen auch mal „menscheln“.

  2. Guter Kommentar, danke Fritz.

    Wenn jeder sich mal klarmacht, dass dieses elende Gestreite und „Ich hab recht!“- und „Ihr-habt-Schuld!“-Theater Mengen von Leuten verschwinden läßt, die es nicht mehr hören können, wirds allerhöchste Zeit, einfach folgendes zu tun: Jeder sucht sich eine Gruppe oder macht eine auf, in der er oder sie die eigenen Stärken einbringen kann und das der eigenen Vorstellung am nächsten steht, auch wenn das bedeutet, dass man manches aufgeben muss, das einfach zu eingefahren ist. Dabei über den Tellerrand S21 zu schauen, hat noch nie geschadet. Die eigene Erwartungshaltung runterzufahren, auch nicht. Dadurch wird Druck auf andere abgebaut.

    Es ist die Zeit des Umbruchs und dadurch gibts viele Möglichkeiten Neues anzufangen und Festgefahrenes hinter sich zu lassen. Noch haben wir die Möglichkeit dazu! Wir haben in der Vergangenheit gezeigt, dass wir in der Lage sind, (laut-)stark und kreativ den Verantwortlichen auf die Füsse zu treten. Wir brauchen kein Bündnis, um das weiterhin zu tun, denn wir haben bereits bewiesen, dass wir selbständige und kritische Bürger und Bürgerinnen sind, die ihre Geschicke selber zu lenken imstande sind! Wenn wir in der Stadt und darüber hinaus etwas verändern wollen, wirds allerhöchste Zeit, sich zu berappeln und dem Selbstdarsteller-Gezicke und -gerangel ein Ende zu setzen. Es geht hier um uns alle, nicht um den Egoismus ein paar Einzelner!

  3. ………Dies ist direkte Folge weggebrochener Autoritäten…. Die selbsternannten Autoritäten, die Mehrheitsentscheidungen der Basis (2. Ratschlag) arrogant übergehen brechen weg. Recht so. 🙂

  4. Alle Ziele die auf der Agenda des Event-Protests gestanden sind wurden verfehlt. „Wir“ stehen mit leeren Händen da – es wurde nichts erreicht. Grund hierfür ist, dass sich der Protest seit Beginn 2011 nicht weiterentwickelt hat; er zeigte sich damals so unflexibel wie das momentan der Fall ist. Die Versuche neue, bzw. andere Ziele zu definieren sind fehlgeschlagen – zuletzt bei der „Großen Ratlosigkeit“ im Rathaus. Dieser Protest kann nicht anders und so kreativ wie er immer dargestellt wird war er gar nicht. Das krampfhafte Festhalten an den montäglichen 18Uhr Veranstaltungen spricht Bände; gebetsmühlenartig vorgetragene Plattitüden begleitet von automatisiert wirkenden Trillerpfeifen – deprimierender kann das Bild des S21-Protests nicht vermittelt werden. Natürlich muss er erlaubt sein kritische Fragen ( und somit auch Schuldzuweisungen ) zu stellen. Schließlich gab und gibt es Leute die engagiert und mit dem erforderlichen Fachwissen den Protest (mit)lenken wollten – ihre Vorschläge sind regelmäßig verhallt.
    Der Protest war und ist geprägt von Selbstdarstellern die nicht „unsere“ gemeinsame Sache im Vordergrund sahen, sondern den Protest als Bilderrahmen nutzten – mitten drin natürlich ihr eigenes Antlitz. Lieber weit nach Mitternacht „einsam“ in der Mahnwache stehen, oder ein Stück Erde mit einem Durchmesser von 1,50m bepflanzen – während erst kürzlich dort ALLE Bäume gefällt wurden – Hauptsache weiterso, nicht einmal dort ist man bereit ein Zeichen zu setzen.
    Ich hatte vor der Volksabstimmung ein „schönes“ Erlebnis. Während die Mahnwache am frühen Nachmittag voll besetzt gewesen ist – hängten die S21-Befürworter nur wenige Meter entfernt publikumswirksam ihre Wahlplakate auf – das wurde aber erst bemerkt, nachdem ich die Damen und Herren darauf aufmerksam gemacht habe. D.h. auch der Blick für das Wesentliche ist längst verschwunden – sofern er jemals vorhanden war.
    Es wäre jetzt extrem wichtig eine gemeinsame Strategie für die OB-Wahlen zu entwickeln – dort könnte man ein Zeichen setzen – hierzu gibt es Ideen, auch ohne „eigenen“ Kandidaten/in – aber die Masse der S21-Gegner läßt sich scheinbar nicht mehr aus ihrer Lethargie zurückholen. Insofern werden sich immer mehr verabschieden – nicht nur temporär sondern dauerhaft.
    Ansonsten stimme ich mit dem Autor in vielen Punkten überein und schätze die Lage ähnlich ein.

  5. Lieber Fritz

    danke für die worte…..!

    auch ich erfahre seit der rodung der Schlossgarten bäume eine gewisse anfeindung, die davor nicht oder nicht so deutlich wurde….!

    ich soll laut einzelner auf grund meiner jahrelangen beharlichkeit dafür verantwortlich sein,

    dass die Bäume gefällt wurden

    dass Gegner zu Prolern wurden

    dass meine aktionen peinlich seien

    für die jenigen die politisch wenig erfahrung haben, ist es schwer zu ertragen, dass man das maximal ziel nicht erreicht hat….und haben das gefühl es auch nicht erreichen zu können……!

    sofern man den erhalt des Bonazbaus in seiner gesammtheit retten wollte. und den Schlossgartern unversehrt.
    da ist der „zug“ raus…..!

    war dies jemals realistisch zu erreichen. schwer zusagen…..

    möglicherweise im Herbst 2010 vor der schlichtung und kurz nach dem 30.9.2010

    da war das fenster soweit offen wie zuvor und danach nicht.

    hätte wenn und wäre, hilft heute nicht mehr weiter….die dinge sind wie sie sind….es gild immer aus der gegenwärtigen lage heraus nach vorne zudenken und zu handeln…..!

    das vergangene kann hier nur als entscheidungshilfe dienen!

    vorwürfe und beschuldigungen sind zwar menschlich nachvollziehbar, aber wenig hilfreich.

    es bindet zu viel ZEIT und KRAFT.
    es blockiert das KONSTRUKTIVE ideen finden.

    ich habe in all den jahren seit 1994 viele niederlagen hinnehmen müssen.

    vorvertragsunterzeichnungen
    rahmenpläne
    planfeststellungen
    parteitage
    OV-sitzungen
    abgelehnte anträge
    abstimmungen
    und soweiter

    und doch habe ich mich immer wieder aufgerappelt
    bevor die bewegung so stark wurde, war das eher mühsam, da man niemanden hatte der einen motiviert und wieder aufrichtet…..!

    es war wunderbar zu beobachten, wie die bewegung langsam wuchs und mit dem beginn der Montagsdemos im Herbst 2009 an fahrt zu legte.

    der sommer 2010 war wie ein märchen…wir konnten mobilisieren, da auch die begleitumstände dafür „günstig“ waren…..

    es war Sommer, warm und trocken

    die medien hatten uns „lieb“ und berichteteten wohlwollen und häufig.
    sogar meine verwandschaft hatte im herbst 2010 über Al-Dschasira vom Stuttgart21 und den vorkommnissen gehört und bilder gesehn….!
    war im herbst in Ägypten und wurde von meiner tante daraufhin angesprochen.

    dann aber kamen dinge die wir so nicht abschätzen konnten.
    die von den „profis“ nicht richtig kommuniziert wurden.

    wir haben uns durch

    die „schlichtung“ die ankündigung der VA und auch der kommenden Landtagswahl mit dem historischen sieg der Grünen einlullen lassen…

    den einen mehr den andern weniger

    vereinzelte gingen schon bei zeigen als mahner umher….sie fanden kein gehör und wurden als nestbeschmutzer runtergebürstet…..!

    auch ich hatte manchen mahnern nicht glauben schenken wollen, da ich eher die einheit im sinn hatte, als über sinn und unsinn mancher angebote der STUTTGART21 Projekt beführworter nach zu denken und vorallem darüber unvoreingenommen zu diskutieren….!

    man hätte wohl damals schon die GROSSEN RATSCHALG veranstalltungen gebraucht….!

    nun gild es nach vorn zuschauen….

    die einheit wieder zufinden…

    die vielfallt zu kultivieren ohne das eigendliche ziel aus den augen zulassen.

    was ist das eigendliche ziel?

    es ist der kleinste gemeinsamme nenner

    es sollte auf der einen seite realitsch sein.

    S21 im wörtlichensinne KRITISCH zu BEGLEITEN.

    verhindern im ursprünglichen sinn kann man es nicht, denn dafür sind zuviel fakten geschaffen worden.

    unsere permanente und penetrante pässens zwingt doch die medien mehr oder weniger darüber zu berichten…..!

    wären wir gänzlich von der bildfläche verschwunden.

    wird die Presse in stuttgart garnix mehr zu berichten haben.

    das gefährliche an der stituation seit der LTW 2011 ist doch, dass es im Landtag keine OPPOSITION mehr bezüglich S21 gibt.

    auch in den stadtparlamenten die von S21 akut betroffen sind, ist die OPPOSITION gelinde gesagt sehr schwach.

    darum bedarf es eine sogenannte APO.

    eine GEGEN ÖFFENTLICHKEIT.

  6. Der Widerstand erstickt an der Profilierung der vielen Professionellen. Der große Bluff mit der Parkschützerregistrierung hat nicht funktioniert. Erkenntnisse über die Rechtswidrigkeit (nach zeitgemäßem Rechtsverständnis) führen nicht zu dem zivilen Ungehorsam, der den Namen verdient. Die Übertragung der Rezepte, die andernorts erfolgreich sind, ist möglicherweise der größte Fehler. Es wurde versäumt, von Anfang an auf die Einigkeit des Widerstandes zu achten. Man ging seine eigenen Wege. Und diese Unsitte hat sich seither vermehrt.

  7. Lieber Herr Kabel,
    schon mal etwas von Formatierung gehoert ? Mir ist es egal wenn jemand Rechtschreibfehler macht – da lese ich drüber. Aber doppelte und dreifache Zeilenabstände sind eine Unverschämtheit- vorallem wenn man das wie du absichtlich macht.

  8. @Joe, er hats lediglich vom Forum hier reinkopiert, denke ich mal.

    Aber genau das ist das Problem. Selbst hier werden nach zwei, drei Kommentaren bereits wieder Nebenschau(kampf-)plätze aufgemacht. Etwas weniger Destruktivität wäre außerdem ganz heilsam. Du machst genau so weiter, wie Fritz es oben beschreibt. „Die Mahnwache hat….“ „Timo … Unverschämtheit“. Irgendwelche Ideen?

  9. @ Wunderbar: ja er hats wohl kopiert – aber auch im PS-Forum gibt es genuegend Leute die sich darueber aergern. Warum er das macht bleibt wohl sein Geheimnis. Kritik muss erlaubt sein wo sie angebracht ist. Und wie ich bereits im Eingangsstatement geschrieben habe: Ohne Fehleranalyse macht man die gleichen Fehler eben zig Mal, ohne Zielrichtung irrt man ziellos herum – und wenn man nicht bereit ist sich weiterzuentwickeln, dann ist man so verkrustet wie diejenigen, die man seit gut 2 Jahren auf jeder Montagsdemo kritisiert. Fritz Mielert hat es in seinem Beitrag geschrieben, viele andere auch – der Protest (Widerstand definiert sich anders) braucht ein Richtung. Eine „weiter-so“ als ob nichts passiert ist, sollte es eigentlich nicht geben. Das Plakat an der Mahnwache „wir retten den Schloßgarten“ ist Hohn und bereits Geschichte – man muß sich neu positionieren und dazu gehoert eine andere Strategie, andere Inhalte, andere Aktionsformen – dazu ist der Protest nicht in der Lage (siehe Ratschlag) oder die große Mehrheit moechte das nicht (akzeptiere ich). Um wenigstens ein Zeichen fuer das H7 zu setzen muss eine Montagsdemo eben auch mal genau dorthin ziehen, stattdessen lauft man dran vorbei und macht anschließend lieber ein Schwaetzchen mit den Polizisten – das braucht man nicht mehr kommentieren, zeigt aber den Zustand des 3TR Protests. Das H7 war und ist uebrigens nur ein Beispiel von vielen.

  10. Dass es mit einem kontinuierlichen und schlagkräftig durchorganisierten Widerstand auf Dauer schiwerig würde, war mir von Anfang an klar. Vor allem auf dem Land hat sich das Thema S 21 inzischen weitgehend erledigt. Die Leute interessiert das weniger als das in China umgefallen Fahrrad. Trotzdem bleibe ich am Ball und verteile möglichst unaufdringlich, aber pragmatisch Informationen über den „Fortgang“ von Murks 21. Denn irgendwann wird sich S 21 immer mehr auch außerhalb Stuttgarts negativ auswirken (siehe die Ausdünnung des Nahverkehrs); und da setze ich an….und bewirke hochgezogene Augenbrauen und viel Nachdenklichkeit. DRAN UND OBEN BLEIBEN !!

  11. @Joe, da kann ich dir locker zustimmen, dass es andere Formen braucht. Ich weiss nicht, wie weit du bestimmte Dinge beim Großen Ratschlag weiterverfolgt hast. Ich hab z.B. gestern mitbekommen, dass da durchaus Gutes für den Sommer in Planung ist, das unbedingt unterstützenswert ist. Ansonsten MoDe? Und täglich grüßt das Murmeltier. Ja, H7 unterstütze ich. Da würde ich mitgehen, ist zielgerichtet und nötig.

  12. Leider sind die wenigen Kommentare auf diesen kritischen Beitrag von F. Mielert symptomatisch für die Diskussionskultur des S21-Protests.
    Genau darum ist die kapitale, ja vernichtende Niederlage eingetreten. Hinzu noch das Denunziantentum – also der Auftritt von sog. Parkschützern als freiwillige Zeugen der Staatsanwaltschaft/Anklage… damit ist alles gesagt.
    Der verbliebene Inhalt des Rest-Protests erschöpft sich im Verlinken von Zeitungsartikeln ( siehe PS-Forum), dem Veranstalten von Gedenk -und Trauergottesdiensten, dem Kommentieren des Baufortschritts ( Südflügelabriss reloaded) – man macht jetzt tatsächlich das, was Kretschmann vorgibt zu machen: Man begleitet kritisch !

  13. Ich glaube, dass der langfristige Misserfolg schon immer vorprogrammiert war. Die DNA der Protestbewegung ist purer Hass, Ablehnung und Zynismus.
    (Jeder, der mal als Befürworter mit den Leuten am Bauzaun geredet hat, weiß das. Ich hab es selber oft genug miterleben müssen.)

    Das hat ganz gut funktioniert, weil man einen konkreten Ort hatte, an dem man sich treffen konnte, um gemeinsam auf ziemlich unsachliche Weise über „die da oben“ zu schimpfen. Die S21-Protesbewegung war ein Sammelbecken für alle Menschen, die allgemein mit sich und der Gesellschaft unzufrieden waren.

    Dann kam die Zeit des Auseinandersetzens mit den jeweiligen Argumenten. Je mehr Informationen über S21 und K21 verfügbar waren und je mehr darüber diskutiert wurde, desto eher erkannten die Leute, wo bei S21 und K21 die Vor- und Nachteile lagen.

    Die VA wurde von der Protestbewegung im Vorfeld klar als Schicksalswahl für oder gegen S21 verkauft. Bei einem Wahlsieg wäre es zu einem Abbruch des Projektes gekommen. Die Zeit des großen Wunders schien gekommen. Dass sich letztlich eine große Mehrheit für den Weiterbau ausgesprochen hat, war die eigentliche Überraschung. Erwartet wurde doch, dass die Mehrheit mit Ja stimmt, aber unter dem Quorum bleibt. So gab es ein klares Signal von der Bevölkerung in BW.
    Das faktische Recht auf Demonstration gibt es zwar nach wie vor, aber es wird nur von denjenigen in Anspruch genommen, die sowieso nichts mehr zu verlieren haben. -Übrig geblieben ist eine gesellschaftsunfähige Restgruppe mit viel aufgestauter Wut, denen es bereits an den primitivstens Umgangsformen mangelt. Eine perfekte Voraussetzung für ein koordiniertes Miteinander…

    Jetzt, wo der einstige Gegner nicht mehr angreifbar ist, richtet sich die nach wie vor vorhandene Energie der generell Unzufriedenen gegen sich selbst.
    Das Krebsgeschwür der Stuttgarter Gesellschaft hat sich sozusagen selbst befallen! 😉
    Es tut richtig gut, euch auseinanderfallen zu sehen. Rückblickend wird man euch ohnehin nur als Treppenwitz der Stadtgeschichte in Erinnerung behalten: Die schrulligen Wutbürger mit ihren Trillerpfeiffen…

    • Rocdonzo, dein Kommentar enthält so viel Giftiges und Unausgegorenes, das ist wirklich unschlagbar und spricht für sich selber. Da wäre jede Energie verschwendet, um einzeln drauf einzugehen, zumal ihr bereits 2010 bewiesen habt, dass eure K21-Gegnerschaft bereits nach ein paar Wochen zum Scheitern verurteilt war. Solidarität, Kampfgeist, Gemeinschaftssinn, Kreativität und Beharrlichkeit gleich Null. Krebsgeschwür? Da hast du recht, aber das sehe ich an ganz anderen Stellen 🙂 Was habe ich heute gelesen in einem Kommentar? – das passt wunderbar: Über Stuttgart lacht die Sonne, über S21 die ganze Welt.

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